Mastercard bringt Kreditkarte mit echter Identität nach Europa

02.09.2020
Mastercard bringt Kreditkarte mit echter Identität nach Europa

Eine Kreditkarte wird bislang immer auf den Ausweisnamen ausgestellt – genau das könnte sich allerdings schon bald grundlegend ändern.

Bislang waren die meisten Veränderungen und Verbesserungen bei Kreditkaten damit verbunden, die Gebührenstruktur attraktiver zu gestalten oder Zahlungen einfacher werden. Ein neuer Vorstoß von Mastercard geht nun in eine andere Richtung. Konkret bemüht sich Mastercard um eine größere Inklusion beim Thema Zahlungsmittel, denn grundsätzlich haben es nicht alle Verbraucher mit Blick auf die Beantragung einer Kreditkarte gleich einfach und selbst wer eine Kreditkarte hat, muss teilweise mit Diskriminierungen leben – besonders betroffen ist die LGTBQ+-Community.

Kreditkarte mit der eigenen Identität

Genau hier setzt Mastercard nun an und versucht mit der sogenannten True Name Kreditkarte auch denjenigen eine komfortable Zahlung zu ermöglichen, deren Identität nicht mit dem jeweiligen Ausweisdokument übereinstimmt. In den USA gibt es solche Kreditkarten schon, Verbraucher können bei den meisten Banken mittlerweile wählen, welcher Name auf einer Kreditkarte stehen soll – unabhängig vom Namen auf dem Personalausweis. Genau dies möchte Mastercard auch in Europa ermöglichen und somit denjenigen, deren Identität von einem Ausweisdokument abweicht, neue Möglichkeiten bieten. Dies ist auch bitter notwendig, denn Diskriminierung bei der Zahlung ist laut einer Umfrage für ein Drittel der LGTBQ+-Community ein relevantes Problem. Unter anderem werden Dienstleistungen verweigert oder es kommt zu Anfeindungen.

Mastercard will LGBTQ+-Community stärken

„Unser Name unterscheidet uns. Für Millionen von Menschen der LGBTQ+ Community entspricht der angegebene Name auf ihrer Zahlungskarte nicht ihrem wahren Ich. Als Partner der LGBTQ+ Community haben wir die Möglichkeit sinnvolle Veränderungen zu bewirken, die dazu beitragen, das Problem anzugehen und zu lösen. Wir fordern unsere Partner auf, sich uns anzuschließen und Kunden in ganz Europa die „True Name“ Karte anzubieten. So erleichtern wir das Leben von Transgender-Personen und Menschen mit nicht-binärer Geschlechtsidentität, sodass sie ihre wahre Identität sicher, einfach und mit Stolz zeigen können“, erklärt Mark Barnett, Präsident von Mastercard Europe, dazu. Damit die Einführung allerdings zu einem Erfolg wird, müssen natürlich auch die Partnerbanken mitspielen.

True Name kommt voraussichtlich auch nach Deutschland

Grundlegend hat Mastercard noch nicht konkret angekündigt, ob True Name auch nach Deutschland kommt. In Anbetracht der großen LGTBQ+-Community in Deutschland und der generellen Bedeutung des deutschen Marktes, scheint eine Einführung hierzulande aber sehr wahrscheinlich. Spätestens im neuen Jahr sollte damit jeder die Chance haben, die eigene Identität auch auf der Kreditkarte wiederzufinden. Der Kreditkartenanbieter geht damit zweifelsfrei einen beeindruckenden Schritt und geht gegenüber anderen Kartenanbietern im Kreditkartenvergleich voran. Profitieren dürften davon auch Partnerbanken. Mit Kreditkarten wie der N26 Mastercard ist die Nutzung von True Name voraussichtlich mitunter zuerst möglich.