Selfie statt PIN: Mastercard pusht Biometrie

28.06.2019
Selfie statt PIN: Mastercard pusht Biometrie

Können Sie sich auch keine Passwörter und PINs mehr merken? Wenn Sie das nächste Mal bezahlen, schießen Sie doch stattdessen einfach ein Selfie. Geht es nach Mastercard, bezahlen Sie bald mithilfe von Biometrie. Das heißt: Passwort adé, willkommen Fingerabdruck-, Iris- oder Gesichtserkennung. Gruselig oder modern? +++ Update (6/2019): Mastercard testet Biometrie-Karte +++

Online per Foto bezahlen

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Seit April 2019 wollte Mastercard allen Kunden die Authentifizierung mithilfe von Biometrie beim Einkaufen im Internet ermöglichen. Laut der US-Kreditkartengesellschaft sollten alle mit ihr kooperierenden Banken biometrische Lösungen wie Fingerabdrücke oder Gesichtserkennung anbieten. Wollen Sie also online Produkte mit Ihrer Mastercard kaufen, sollen Sie zum Beispiel als Identitätsnachweis vielleicht Ihre Iris scannen. Bei vielen Kunden sind diese Lösungen allerdings noch nicht angekommen.

+++ UPDATE (6/2019): Mastercard testet Biometrie in Frankreich +++

Crédit Agricole testet Karten von Mastercard mit integriertem Fingerabdruck-Sensor. Die Bank und das Kreditkarten-Unternehmen geben dafür 200 biometrische Bezahlkarten an Teilnehmer in Frankreich aus. Inhaber müssen beim kontaktlosen Bezahlen nur einen Finger auf den Sensor der Karte legen, um sich zu identifizieren. Dabei entfällt sogar die sonst übliche PIN-Grenze von 30 Euro (in Frankreich). Ob, wann und mit welchen Partnern genau Mastercard diese Technologie auch nach Deutschland bringt, ist noch unklar.

+++ Update-Ende +++

Laut Mastercard verlangen Verbraucher nach solchen neuen Biometrie-Lösungen. Als Mastercard-Besitzer sollen Sie Ihre Identität beim Online-Shopping seit dem Frühjahr 2019 mithilfe eines Smartphones oder Tablets nachweisen können. Diese Alternativen sollen Passwörter und andere Verfahren ersetzen, wenn es nach dem US-Kreditkartenunternehmen geht. 

Die überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinie 2 (Payment Service Directive 2, kurz PSD2) der EU spielt Mastercard dabei in die Hände. Denn eines der Faktoren, die für die starke Authentisierung erforderlich sind (Wissen, Haben oder Inhärenz), kann ein biometrisches Merkmal sein. 

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Studien, Befragung, Fakten und Co 

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Die flächendeckende Biometrie-Einführung untermauert der Initiator mit einer gemeinsamen Umfrage der Oxford University. Demnach präferieren 93 Prozent der Teilnehmer Lösungen wie Fingerabdrücke oder Gesichtserkennung im Vergleich zu Passwörtern. 

Gut zu wissen: Bei der Betrachtung der Studienergebnisse sollte immer bedacht werden, dass die Teilnehmer über Monate hinweg Biometrie getestet haben. Sie kannten sich auf der einen Seite danach zwar vergleichsweise gut damit aus. Auf der anderen Seite wurden nur solche Tester gefragt und keine anderen, außenstehenden Personen. 

Laut der Studie von Mastercard und der Oxford University wollen 92 Prozent der befragten Bankfachleute biometrische Lösungen in das Portfolio ihres Kreditinstituts aufnehmen. Demnach brechen dadurch auch weniger Nutzer das Online-Shopping ab. Die Abbruchraten sollen bis zu 70 Prozent geringer sein als bei anderen Methoden. Zu Letzteren zählt beispielsweise das Einmal-Passwort, das Nutzern per SMS zugesendet wird. 

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Kritik an Biometrie

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Biometrische Merkmale kann man natürlich nicht vergessen im Gegensatz zu Passwörtern. Aber eigentlich ist nicht erst seit 2017 klar, dass solche Verfahren nicht vollkommen sicher sind. Damals haben unter anderem japanische Forscher vom National Institute of Informatics mit Sitz in Tokio davor gewarnt, dass Sie sich zum Beispiel nicht mit dem Peace-Zeichen fotografieren lassen sollten. Denn mit hochauflösenden Bildern Ihrer Fingerkuppe könnte Ihr Fingerabdruck nachgeahmt und missbräuchlich verwendet werden. 

Im Frühjahr 2017 wiederum hat der Chaos Computer Club (CCC) das Iris-Erkennungssystem des Samsung Galaxy S8 gehackt. Der Verein hat erneut gezeigt, dass man sich nicht vollständig auf biometrische Verfahren verlassen sollte. An dieseen Beispiel sieht man, warum Kritiker vor Biometrie warnen. Denn sind solche Informationen über ein Merkmal Ihres Körpers erst einmal im Umlauf, können Sie es nicht mehr für sicherheitsrelevante Verfahren verwenden. 

Gut zu wissen: Dabei sollten Sie auch immer bedenken, dass Sie nur ein paar Merkmale an Ihrem Körper besitzen, die sich für biometrische Systeme eignen (Augen, Gesicht und Finger). Diese sollten Sie nicht einfach so "herschenken".

Offline-Tests

Mastercard hat übrigens bereits im April 2017 bekannt gegeben, dass es biometrische Karten in Südafrika getestet hat. Demnach kombiniert das US-Unternehmen dabei die Chip-Technologie mit Fingerabdrücken, damit sich Nutzer beim Bezahlen im stationären Handel identifizieren können. Tester konnten damals mit der neuen Biometrie-Karte bei der südafrikanischen Lebensmittelkette Pick n Pay bezahlen. 

Vorher mussten sie ihren Fingerabdruck aber verschlüsselt auf der Karte speichern. Nichtsdestotrotz soll diese Karte weltweit bei allen Kartenterminals einsetzbar sein. Beim Bezahlen müssen Sie die Karte in das Gerät einführen und Ihren Finger auf den integrierten Sensor legen. Stimmt der Abdruck mit der gespeicherten Information überein, wird der Kauf bestätigt.

Bildquellen:

Mastercard und Smartphone: MSLGroup Germany GmbH
Mastercard-Logo : 97013322 © Alexey Novikov | Dreamstime
Frau freut sich: Radu Razvan Gheorghe | Dreamstime.com