Mehr als eine Billion Euro auf Girokonten

05.09.2020
Mehr als eine Billion Euro auf Girokonten

Eine Billion Euro – so viel Geld haben die Deutschen auf Girokonten geparkt. Für die Vermögensvermehrung bedeutet das nichts Gutes.

Auf einem Girokonto Geld zu parken war aus rein finanzieller Sicht in den letzten Jahren selten ein kluger Schritt, denn die Zinsen sind in den letzten Jahren erst stark gesunken und beim Girokonto dann komplett verschwunden. War die Anlage auf dem Girokonto noch vor Jahren zumindest eine potenzielle Option, gibt es mittlerweile entweder gar keine Zinsen mehr oder gar Negativzinsen. Wer Geld auf dem Girokonto parkt, schafft entsprechend garantiert keine Vermögensvermehrung. Dass allerdings scheint die Deutschen nicht davon abzuhalten, immer mehr Geld auf dem Konto zu parken.

Eine Billion Euro liegt unverzinst auf Girokonten

Das Fintech Deposit Solutions hat in einer Studie herausgefunden, dass insgesamt eine Billion Euro ohne Zinsen auf deutschen Girokonten liegt. Das macht laut der Analyse, welche der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt, knapp 42 Prozent des gesamten Geldvolumens der deutschen Privathaushalte aus. Dies bedeutet auch, dass es keineswegs nur um Geld geht, dass die Verbraucher auch tatsächlich zum täglichen Leben oder für Zahlungen mit kostenlosen Kreditkarten wie der DKB Visa Kreditkarte, die mit dem Girokonto verknüpft sind, brauchen. Im Gegenteil: Schon im Schnitt aller Deutschen bedeuten die Zahlen, dass jeder Bürger 14.000 Euro auf seinem Girokonto parkt – deutlich mehr als wohl ein jeder für das tägliche Leben braucht.

Immer mehr Geld ohne Zinsen auf Girokonten

Dass die Deutschen das Girokonto verstärkt auch zur Geldanlage nutzen, dürfte besonders mit Blick auf die negative Entwicklung der Zinssätze eigentlich überraschen. Die Zahlen allerdings sprechen mit Blick auf die Beliebtheit des Girokontos als Anlageobjekt allerdings eine andere Sprache. Laut der Studie von Deposit Solutions hat sich das Geldvolumen auf Girokonten seit dem Jahr 2013 verdoppelt. Trotz konstant sinkender Zinsen haben die Deutschen entsprechend Jahr für Jahr mehr Geld auf das Girokonto gelegt. Dabei geht es keineswegs nur um zusätzliches Vermögen, vielmehr haben die Deutschen auch Geld von anderen Anlageformen auf das Girokonto umgeschichtet. Eine verwunderliche Vorgehensweise mit Blick auf das Zinsniveau.

Schlechte Erfahrungen mit Aktien und Co.

Experten gehen davon aus, dass die Deutschen wegen verschiedener schlechter Erfahrungen aus der Vergangenheit auch weiterhin stark auf flexible Anlageprodukte wie das Girokonto oder das Tagesgeld setzen. Die sogenannte Volksaktie der Telekom erwies sich für manch einen Anleger als Flop und auch der Skandal rund um Wirecard hat das Bild von Aktien nicht unbedingt verbessert. So werden die Deutschen wohl auch zukünftig eher auf flexible Anlageformen wie das Girokonto setzen. Überraschen mag das nicht, denn auch kostenlose Kreditkarten aus dem Kreditkarten-Vergleich tun sich als modernes Zahlungsmittel in Deutschland im Vergleich zum Bargeld schwer. Den konservativen Geist verlieren die Deutschen so schnell wohl nicht.