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Revolving Kreditkarten sind auf dem Vormasch

23.02.2018

Bei der Beantragung von Kreditkarten müssen Sie heute immer häufiger aufpassen: Die Stiftung Warentest hat festgestellt, dass bei immer mehr Anbietern die sogenannte Teilzahlungsoption voreingestellt ist. Warum das ein Problem ist und wie Sie dieses umgehen können, erklären wir Ihnen in den folgenden Absätzen.

Kaum etwas klingt im ersten Moment so attraktiv wie eine kostenlose Kreditkarte: Keine Jahresgebühr für ein Zahlungsmittel, das zusätzliche Bonität und finanzielle Flexibilität bringt. Besser geht es nicht, oder? Doch es gibt wie bei vielen Zahlungsmitteln und Angeboten auch einen Haken. Bei einigen Kreditkarten sind die Gebühren in anderen Bereichen nämlich alles andere als unerheblich. So gibt es zum Beispiel bei vielen Kreditkarten eine recht hohe Gebühr für Abhebungen sowie für Zahlungen in Fremdwährungen. Zu einem Kostenrisiko wird zudem immer häufiger die sogenannte Teilzahlungsoption. Besonders gefährlich ist diese, weil sie mit versteckten Zinsen daherkommt.

Was ist die Teilzahlungsoption überhaupt?

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Unter der sogenannten Teilzahlung versteht man eine Variante der Kreditkartenrückzahlung. Bei normalen Kreditkarten, auch als Charge Kreditkarte bekannt, wird der monatliche Umsatz in einer Summe zusammengefasst, die nach der Abrechnung innerhalb weniger Tage per Lastschrift vom Girokonto abgebucht wird. Diese Art der Abbuchung kennen Sie beispielsweise von Kreditkarten der regionalen Banken wie den Sparkassen oder Raiffeisenbanken, aber auch von vielen anderen bekannten Kreditkarten wie der DKB Visa Kreditkarte, der Miles & More Kreditkarte oder auch der American Express Gold Card.

Neben dem Modell der Charge Kreditkarte hat sich in Deutschland besonders in den vergangenen Monaten allerdings auch die sogenannte Revolving Kreditkarte etabliert. Hierbei handelt es sich um eine leichte Abwandlung der normalen Kreditkarte. Die Abbuchung erfolgt hier entweder nach dem klassischen Weg oder über die sogenannte Teilzahlung – eine Art versteckter Kredit. Sie erhalten dabei ganz normal eine monatliche Abrechnung, die aber nicht automatisch per Lastschrift von Ihrem Girokonto abgebucht wird. Stattdessen haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie gleichen die Abrechnung innerhalb weniger Tage per Überweisung aus oder Sie zahlen die Kreditkartenabrechnung automatisch über eine Art Kredit zurück.

Dieser Kredit ist dabei meist hoch verzinst und sogar teurer als ein herkömmlicher Dispositionskredit. In Deutschland liegen die Zinsen für die Teilzahlungsoption in der Regel zwischen 15 und 20 Prozent. Sofern Sie Ihre Kreditkartenabrechnung nicht fristgerecht ausgleichen, werden die Zinsen berechnet, bis Sie Ihre Abrechnung wieder ausgeglichen haben. Gesetzlich vorgeschrieben ist allerdings, dass die Anbieter per Lastschrift immer einen Betrag von 5 Prozent des Kartensaldos, mindestens 25 Euro abbuchen. Setzen Sie also weniger als 25 Euro ab, erfolgt generell eine komplette Abbuchung. Nur bei größeren Summen ist die Teilzahlung relevant.

Kann ich die Teilzahlung bei Kreditkarten umgehen?

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Die Teilzahlungsoption bei Kreditkarten ist nie Pflicht. Das heißt konkret: Sie müssen zu keinem Zeitpunkt zwingend die hohen Zinsen für diese Art der Kreditkarte bezahlen. Stattdessen können Sie immer wählen, ob Sie die Abrechnung per Überweisung begleichen oder nicht. Zudem müssen Sie keineswegs bei allen Kreditkarten aufpassen. Reine Charge Kreditkarten sind beispielsweise die folgenden Karten:

Vorsichtig müssen Sie dagegen bei allen Revolving Kreditkarten sein. Diese Kartenarten finden Sie in Deutschland aktuell bei den folgenden drei Modellen (Stand: 02/2018):

  • Gebührenfrei Mastercard Gold
  • Santander 1plus Visa Kreditkarte
  • payVIP Mastercard Gold

Bei all diesen Karten können Sie nicht wählen, ob Sie den gesamten Betrag monatlich von Ihrem Girokonto abgebucht haben möchten oder die Abrechnung per Überweisung oder via Kredit begleichen möchten. Vielmehr ist voreingestellt und nicht abänderbar, dass Sie jeden Monat eine Abrechnung erhalten, die Sie danach entweder per Überweisung ausgleichen müssen oder aber in den Kredit abrutschen. Außer für den Pflichtbetrag von 5 Prozent beziehungsweise mindestens 25 Euro erfolgt keine Abbuchung per Lastschrift.

Neben den genannten Kreditkarten gibt es in Deutschland viele sogenannte Hybrid-Varianten. Das heißt konkret: Sie können entweder beim Antrag oder nach dem Antrag wählen, ob Sie eine vollständige monatliche Rückzahlung per Lastschrift wünschen oder selbst überweisen möchten. Der Fall ist dies beispielsweise bei allen Kreditkarten von Barclaycard:

Bei allen Kreditkarten von Barclaycard können Sie im Antrag allerdings nicht festlegen, dass Sie generell eine komplette Rückzahlung per Lastschrift wünschen. Dies können Sie erst nach Erhalt der Karten im Online-Banking oder durch einen Anruf bei der Hotline tun. Danach müssen Sie sich um dieses „Problem“ nicht mehr kümmern, denn die Regelung gilt danach fortlaufend.

Sollte ich Revolving Kreditkarten am besten komplett vermeiden?

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Auch wenn der Trend in Deutschland dahingeht, dass Banken entweder zumindest im Antrag die Teilzahlungsoption als „Muss“ festlegen oder diese sogar generell festschreiben, müssen Sie sich keine allzu großen Sorgen machen. Sie müssen mit einer Revolving Kreditkarte nur deutlich aufmerksamer sein, was die Abrechnung angeht. Das gilt besonders bei der Santander 1plus Visa Kreditkarte und der Gebührenfrei Mastercard Gold. Beide Karten gehören zu den mitunter attraktivsten kostenlosen Kreditkarten überhaupt – beide Karten gibt es allerdings nicht mit der typischen Abbuchung per Lastschrift.

Bei der Gebührenfrei Mastercard Gold bleibt Ihnen deshalb nur übrig, dass Sie die Kartenabrechnung einmal im Monat per Überweisung ausgleichen – dabei müssen Sie immer genau auf die Frist achten. Darüber hinaus entsteht hier auch bei Abhebungen eine Gefahr, denn diese sind zwar auf dem Papier kostenlos, aber auch nur dann, wenn Sie postwendend nach der Abhebung das Kartensaldo wieder ausgleichen. Dafür bietet die Kreditkarte ohne Jahresgebühr unter anderem Versicherungsleistungen und gebührenfreie Zahlungen im Ausland – ein besonders gutes Gesamtpaket.

Etwas einfacher ist die Sache bei der 1plus Visa Kreditkarte von Santander. Diese ist auch deshalb extrem attraktiv, weil weder Gebühren für Abhebungen (sogar möglicherweise anfallende Automatenentgelte werden erstattet) noch für Zahlungen in Fremdwährungen anfallen. Auch bei dieser Karte können Sie die Abrechnung entweder einmal pro Monat per Überweisung begleichen oder die Karte sogar generell im Guthaben führen – in beiden Fällen umgehen Sie die hohen anfallenden Kosten für die Teilzahlungsoption und erhalten eine besonders attraktive kostenlose Kreditkarte, ohne dafür hohe Gebühren bezahlen zu müssen.

Bildquellen:

Kreditkartestapel: Steve Woods, stock.xchng
DKB: DKB
ING-DiBa-Kreditkarte: ING-DiBa Pressebild/ing-diba.de
1plus-Kreditkarte: Santander

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