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Achtung: Neue Finanz-Regeln gelten bereits

18.01.2018

Seit dem 13. Januar 2018 gilt die zweite Zahlungsdienste-Richtlinie, kurz PSD2. Diese sollte Sie interessieren, denn es geht für Sie dabei um bares Geld. Denn nicht nur die Haftungsgrenze sinkt um 100 Euro, sondern Sie müssen (eigentlich) auch keine Extra-Gebühren mehr für Kartenzahlungen blechen. Außerdem wird das Buchen von Hotelzimmern und Mietwagen transparenter. 

Die neue Zahlungsdienste-Richtlinie ("Payment Services Directive 2", kurz PSD2)

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Am 13. Januar 2018 ist die zweite Zahlungsdienste-Richtlinie ("Payment Services Directive 2", kurz PSD2) in Kraft getreten. Sie haben in den vergangenen Wochen oder Monaten bestimmt auch diesbezüglich Post von Ihrer Bank bekommen. Klingt langweilig und uninteressant, ist es aber ganz und gar nicht. Denn diese neuen, europaweit einheitlichen Regeln für den Zahlungsverkehr betreffen die meisten Deutschen – mit Sicherheit auch Sie. Immerhin sollten Ihnen daraus einige Vorteile im Finanz-Bereich entstehen. 

Gut zu wissen: Haben Sie diesen Änderungen (Details siehe unten) nicht vor dem 13. Januar 2018 widersprochen oder den zugrundeliegenden Vertrag gekündigt, so haben Sie der neuen Richtlinie quasi zugestimmt. Sie haben bei einer eventuellen Kündigung aber hoffentlich bedacht, dass im Prinzip alle Banken in Deutschland und sogar in ganz Europa an die neue Zahlungsdienste-Richtlinie gebunden sind. 

Neuigkeiten rund um Kreditkarten

Haftungsgrenze 

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Die Haftungsgrenze sinkt auf maximal 50 Euro, wenn Sie Ihre Bank- oder Kreditkarte verlieren oder diese gestohlen und missbräuchlich eingesetzt wird. Seit Ende des Jahres 2009 (bis zum 12. Januar 2018) lag die Haftungsgrenze noch bei immerhin 150 Euro – also bei 100 Euro mehr.

Die neue 50-Euro-Regelung hilft Ihnen übrigens auch beim Missbrauch Ihrer Online-Banking-PIN oder -TAN. Haben Sie beispielsweise drei Geldkarten verloren, kann der maximale Unterschied zur alten Regel dementsprechend bei 300 Euro liegen, eine Summe, die nicht zu vernachlässigen ist. 

Gut zu wissen: Sie sollten mit Ihren Bezahlkarten aber dennoch sorgsam umgehen, am besten so wie mit Bargeld. Denn im Falle von grober Fahrlässigkeit oder sogar von Vorsatz müssen Sie in der Regel auch mit mehr als "nur" 50 Euro haften. Haben Sie zum Beispiel trotzdem Ihre kostenlose Kreditkarte verloren oder sie wurde Ihnen gestohlen, sollten Sie schnellstmöglich eine Sperrung vornehmen. Damit kommen Sie einem potenziellen Missbrauch im besten Fall noch zuvor. Die zentrale Sperr-Notrufnummer lautet 116 116.

Im Folgenden finden Sie ein paar Beispiele für grobe Fahrlässigkeit: 

  • Aufbewahrung Ihrer Bank- oder Kreditkarte im verschlossenen Handschuhfach eines abgeschlossenen Autos
  • Aufbewahrung Ihrer Bank- oder Kreditkarte im Rucksack bzw. in einer Tasche, der/die sich in einem verschlossenen, aber einigen Personen zugänglichen Raum befindet
  • Aufbewahrung Ihrer losen Bank- oder Kreditkarte in einer Jackentasche
  • Speicherung der PIN als Telefonnummer im Handy 

Gebühren

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Seit dem 13. Januar 2018 dürfen Händler europaweit keine Gebühren für gängige Kartenzahlungen, SEPA-Überweisungen und Lastschriften in Euro erheben. Zahlen Sie also beispielsweise mit Ihrer kostenlosen Kreditkarte (egal ob von Visa, Mastercard oder American Express), müssen Sie in er Regel keine Zusatz-Kosten befürchten (Ausnahmen: siehe unten/Taxi-Beispiel). Online-Shops sowie stationäre Händler dürfen auch keine kostendeckenden Aufschläge verlangen. 

Die Deutsche Bahn hat die Gebühren für Kreditkartenzahlungen von immerhin 3 Euro bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 gestrichen. Ähnlich haben auch das britisch-amerikanischen Kreuzfahrtunternehmen Aida, der deutsche Luftfahrtkonzern Lufthansa und viele Einzelhändler in Deutschland reagiert. 

Gut zu wissen: Da die Unternehmen natürlich selbst für bestimmte Zahlungsarten Gebühren blechen müssen, ist zu vermuten, dass sie diese Kosten anderweitig auf die Kunden abwälzen. Die Händler könnten zum Beispiel die Preise ihrer angebotenen Produkte oder Dienstleistungen anheben. Sollten die Firmen weiterhin Extra-Kosten für Zahlungsarten erheben, müssen sie mit hohen Abmahnungen rechnen.

Ganz nebenbei sollten Sie auch wissen, dass Firmen­-Kreditkarten von dieser Regelung ausgeschlossen sind. Händler können also beim Einsatz dieser Business-Karten gesonderte Entgelte erheben. 

Ausnahmen bestätigen die Regel: In Berliner Taxis müssen Sie aktuell (Stand: 1/2018) dennoch weiter 1,50 Euro Gebühren für Kartenzahlungen blechen – trotz PSD2. Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr & Klimaschutz hat am 16. Januar 2018 dazu getwittert: "Die EU-Regelung betrifft unerwartete Preiserhöhungen durch Zuschläge. Auf Taxis trifft das nicht zu, da der Taxitarif eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung ist. Die Höhe wird nicht vom Taxifahrer verhandelt, sondern ist vorgegeben. In diesem Sinne ist der Zuschlag legitim." Demnach könnten Berliner Taxifahrer auch weiterhin Gebühren bei Kartenzahlungen verlangen. 

Reservierungen 

Buchen Sie ein Hotelzimmer oder mieten Sie ein Auto, benötigen Sie in der Regel eine Kreditkarte. Meist blockt das Unternehmen dann einen bestimmten Betrag auf Ihrem Kreditkartekonto, um eine Sicherheit in der Hinterhand zu haben. Immerhin überlässt er Ihnen einen hohen Wert, wenn Sie zum Beispiel mit einem Auto durch die Gegend fahren. Sie müssen dieser Sperrung seit dem 13. Januar 2018 vorher einwilligen und auch über die konkrete Summe informiert werden. Entweder sie wird Ihnen im Online-Banking angezeigt oder Sie bekommen eine Benachrichtigung auf einem anderen Weg. 

Bildquellen:

Frau bezahlt mit Visa-Card: visa.de
E-Mail-Symbol: Lomachevsky | Dreamstime Stock Photos
Diebstahl: kartensicherheit.de
Kontaktlos bezahlen: 27259621 Mihail Degteariov | Dreamstime.com

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