Dank Kreditkarte: Junge fliegt allein nach Bali

26.05.2018
Dank Kreditkarte: Junge fliegt allein nach Bali

Kreditkarten versprechen Einfachheit und Flexibilität – manchmal vielleicht sogar ein bisschen zu viel, wie eine kuriose Geschichte aus Australien zeigt.

Selbst ist das Kind

Ein 12-jähriger Junge aus Australien hat einen großen Wunsch: einen Urlaub auf Bali. Die Mutter will diesen allerdings nicht erfüllen und teilt dem Heranwachsenden ein klares „nein“ mit. Wirklich überzeugend schien das aber nicht zu sein. Denn was der Knirps danach getan hat, brachte der Familie weltweit Aufmerksamkeit. Er nahm die Kreditkarte seiner Mutter aus dem Portemonnaie, recherchierte im Internet nach einem passenden Bali-Flug und kaufte sich ein Ticket. Eine einfache, flexible und schnelle Buchung im Internet, genau das verspricht gerade eine Kreditkarte.

Urlaubsinsel statt Schulbank

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Gemerkt hat die Mutter des Heranwachsenden diesen Kauf erst einmal nicht. Stattdessen kam an einem Morgen plötzlich der Anruf der Schule, dass der Junge heute nicht anwesend sei. Schnell wurde klar, was passiert ist. Der Filius hatte sich selbstständig in das Flugzeug gesetzt und die Reise nach Bali angetreten. Am Flughafen in Perth wurde er zwar bei der Passkontrolle kurz bezüglich seines Alters angesprochen. Allerdings dürfen Kinder in Australien bereits ab dem 12. Lebensjahr allein reisen. Nachdem er dieses Alter durch seinen Ausweis nachweisen konnte, ließen die Behörden ihn rechtmäßig passieren.

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Den Check-in hatte der Junge zuvor an einem Automaten erledigt, um weiteren Nachfragen des Personals aus dem Weg zu gehen. Dies funktionierte ohne Probleme, zumal der Bengel nur mit Handgepäck unterwegs war. Auch beim Boarding kamen keine Nachfragen, sodass sich der 12-Jährige schnell auf dem Weg auf die Trauminsel befand. Angekommen im Paradies quartierte der Schüler sich im All Seasons Hotel auf Bali ein und ließ es sich dort gutgehen. Hier gab es ebenfalls kaum Nachfragen. Der Junge gab an, dass er auf seine Schwester warten würde – ein Zimmer aufzutreiben war für ihn so kein Problem. Schon zuvor hatte es bei der Einreise nach Indonesien ebenfalls keine Schwierigkeiten geben, obwohl der Junge ohne die Begleitung eines Erwachsenen unterwegs war.

Möglich gemacht hatte die einfache Hotelbuchung – ebenfalls über das Internet – übrigens auch die Kreditkarte. Sie können mit Ihrer Karte beispielsweise auch ganz ein Zimmer für eine andere Person buchen. Der Name des Buchenden und Karteninhabers muss nicht mit dem des Gastes übereinstimmen. Auch das ist eigentlich sehr praktisch, kann allerdings auch zu kuriosen Szenen führen, wie im Fall des Jungen aus Australien. Dieser zog den Urlaub wohl offensichtlich einem Schulbesuch vor – die meisten anderen Schüler können das wohl nachvollziehen.

Eltern müssen Kind abholen

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Die Geschichte wird mit jedem weiteren Detail aber noch kurioser. Hätten Sie beispielsweise gedacht, dass die Polizei in dieser Situation nicht eingreifen würde? Denn obwohl die Behörden informiert wurden, sahen diese es nicht als ihre Aufgabe an, den Jungen ausfindig zu machen und nach Australien zurückzuführen. Warum? Weil es sich um keine Straftat handelte. Der Heranwachsende war mit 12 Jahren bereits rechtlich in der Lage selbst zu verreisen und hatte von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die Polizei sah es ohne Straftat nicht als ihre Aufgabe an, sich um die Rückführung des Jungen von der Insel zu kümmern. Übernehmen musste das die Mutter.

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Sie kaufte mit ihrer Kreditkarte also auch noch ein Ticket für sich selbst und flog ebenfalls auf die Urlaubsinsel, um ihren Sohn einzusammeln. Ob sie sich entschied zumindest selbst noch ein paar Tage Urlaub machen zu können, ist leider nicht bekannt. Immerhin steht fest, dass sie ihrem Jungen am Ende doch noch den Wunsch vom gemeinsamen Aufenthalt auf der Trauminsel erfüllen konnte – wenn auch unfreiwillig. Die mediale Aufmerksamkeit gab es zudem „kostenlos“ obendrauf.

Diese ging im Rahmen der Geschichte soweit, dass die Story selbst in Deutschland beim Begriff „Kreditkarte“ zum Trend wurde. In Australien fragten sogar mehrere TV-Sendern und lokale Pressemedien bei dem jungen Mann und seiner Mutter an, um ein Interview zu bekommen. Der Teenager äußerste sich dabei selbst überrascht, wie einfach sein Abenteuer möglich war. Er hätte nicht gedacht, dass er an der Grenze und generell kaum nach seinem Alter gefragt werden würde. Dass die verrückte Aktion von Erfolg gekrönt werden würde, hätte der 12-Jährige also selbst nicht geglaubt.

Sicherheit spielt bei Kreditkarten wichtige Rolle

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Die verrückte Geschichte aus Australien lässt natürlich auch Fragen aufkommen: Wie konnte es für den Jungen gelingen, mit der Kreditkarte seiner Mutter zu bezahlen? In Deutschland wäre dies heutzutage nur noch selten möglich. Denn bei Kartenzahlungen im Internet wird meist (ab 2019 sogar immer) eine zusätzliche Verifizierung abgefragt. Das heißt: Wer mit einer Karte im Internet bezahlt, muss die Zahlung mit einem Passwort oder einer SMS-TAN verifizieren. Erst dann kann diese durchgeführt werden. Gerade bei höheren Zahlungen ist dies bereits heute Standard. Die Frage ist, ob diese Regelung bei der australischen Kreditkarte nicht galt oder der Junge Zugriff auf das Telefon seiner Mutter hatte.

Dennoch zeigt die Geschichte besonders eine Sache deutlich: Eine Kreditkarte sollte man nie unbeaufsichtigt lassen. Natürlich lässt sich dies in den eigenen vier Wänden nicht verhindern. So ist es doch die Regel, dass man sich hier sicher fühlt. Doch am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum sollte man das Portemonnaie und die Kreditkarten nie aus dem Auge verlieren. Sie können immer nach einem ganz einfachen System vorgehen: Behandeln Sie die Kreditkarte wie Bargeld und geben Sie die Karte nicht aus der Hand. Nur so können Sie auf Nummer sicher gehen, dass sie wirklich eines der sichersten Zahlungsmittel überhaupt ist.

Schlussendlich wird die Geschichte aus Australien sicherlich so manchen Verbraucher  zum Denken anregen, was die Sicherheit von Kreditkarten angeht. Wirklich große Sorgen muss man sich aber nicht machen. Denn Aktionen wie diese sind die absolute Ausnahme und keineswegs die Regel. Dass mit einer Karte einfach so im Internet bezahlt wird, ist in Deutschland nicht möglich. Auch die Ausreise wäre für den Jungen hierzulande schwieriger gewesen. Egal, ob mit einer kostenlosen Kreditkarte oder einer Premium-Kreditkarte darf man sich auch in Zukunft über eine hohe Sicherheit freuen.

Bildquellen:

Trauminsel: © Empipe | Dreamstime.com
Flugzeug im Sonnenuntergang: airberlin.com
Mensch mit Hut am Strand: Ippeito | Dreamstime.com
Reiseplanung: Flydragonfly | Dreamstime.com
Flugzeug: Kurt Kleemann | Dreamstime.com
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